Mittlerweile sind es schon eineinhalb Wochen seit wir wieder Zuhause angekommen sind. Und doch bin ich in Gedanken noch sehr, sehr viel dort. Ich möchte dich ein Stück weit in meine Erinnerungen mitnehmen. Wie wärs zu Beginn mit einem wunderschönen Sonnenaufgang auf dem noch aktiven aber ruhenden Vulkan Butur?

Lange habe ich überlegt, wie ich diesen Artikel gestalten soll weil es eigentlich so vieles zu erzählen gibt. Damit es aber den Rahmen nicht ganz so stark sprengt, werde ich vor allem die Bilder sprechen lassen. Diese sagen im Grunde schon sehr viel aus. Meine persönlichen Highlights und einzelne Gedankengänge werde ich dennoch kundtun.

Lass uns die Reise beginnen.

Viele schreckt es ab, für so viele Stunden im Flugzeug zu sitzen. Ja das stimmt, es war lang und ich hatte nach der Ankunft einen Bewegungsdrang. Aber es lohnt sich definitiv. Wenn du deinen Horizont erweitern willst, musst du auch mal eine Grenze überschreiten können. 
Mein erstes persönliches Highlight war bereits am Flughafen, als ich den Airbus A380 sah. Auf diesen freute ich mich schon lange. Ich bin einfach begeistert von diesem Vogel und könnte ihn stundenlang betrachten. 
Mit der Singapore Airline zu reisen war äusserst angenehm und ich kann es gerne weiterempfehlen. 

Bist du bereit, dich für eine völlig andere Kultur zu öffnen?

Schon nach Ankunft im Hotel wurden wir auf die Kultur der Balinesen eingestimmt. Gemäss Aussagen von Einheimischen ist die Hotelanlage sehr traditionell erbaut. 
Es roch dezent überall nach den Räucherstäbchen und zu hören war die klassische balinesische Musik. Wir konnten hier definitiv entspannen und die Seele baumeln lassen.
Die ersten Tage war ich etwas überfordert mit dieser Freundlichkeit der Angestellten. Sie alle waren überaus höflich, jederzeit für einen Spass zu haben, sehr aufgeschlossen und der Dienstleistungsgedanke überragte.

Eines vorweg: 
Da hats keinen Filter drauf! 
Also eigentlich wurde mit Absicht kein Foto in diesem Artikel gefiltert!
Nur so – im Fall!
Ich liebe Sonnenuntergänge und deshalb zog es uns gleich am ersten Abend nach der Ankunft an den Strand, der ein paar Fussminuten von unserem Hotel entfernt war.
In diesen Minuten des Sonnenunterganges stellte ich mich mental endgültig auf die Ferien ein und die Vorfreude auf die neuen Eindrücke der kommenden Tage stieg immer mehr an.

Der erste Ausflug war auf den zweiten Tag angesetzt. Nach einer zweistündigen Autofahrt nach Ubud besichtigten wir einen wunderschönen, grossen Tempel. Es gibt `zig Tausende Tempel in Bali mit ganz tollen Skulpturen und beeindruckenden Bauten. Bei den Balinesen haben diese Tempel eine ganz wichtige Bedeutung und in denen werden auch die Zeremonien wie Hochzeiten, Verbrennungen, Familienfeste etc. abgehandelt. Die ersten entstanden vor über 400 Jahren und es kommen immer mehr dazu. 
Die Tempelbesichtigung wird nur mit Hosen über den Knien und einem T-Shirt über den Schultern gestattet. Otherways wird dir ein Tuch um die Hüfte gebunden.

Der Ausflug führte uns weiter in den berühmten Monkey Forest. Süss, diese Äffchen aber nicht zu unterschätzen. Die sind sich an Menschen gewöhnt und scheuen nicht zurück, dir die Sonnenbrille, die Kappe oder was auch immer zu klauen. Pack also alles ein, und schau ihnen nicht in die Augen. Das nehmen sie als Bedrohung wahr und greifen an. 
Ansonsten war es spassig, sie zu beobachten und ihr Revier kennenzulernen. 

Das nächste Highlight liess nicht lange auf sich warten. 
Der Sonnenuntergang am Tanah Lot Tempel. Auch so ein typisches Touristendingens, entsprechend waren auch viele Menschen unterwegs. Dennoch konnten wir ein paar schöne Momente festhalten.

An diesen klassischen Hotspots sind immer sehr viele Leute unterwegs. Aus diesem Grund kann es durchaus vorkommen, dass du für ein Foto mal warten musst. Ist halt einfach so. Und wenn du dich mit den Einheimischen umgibst, lernst du ganz schnell geduldig zu werden. Diese sind es nämlich, das spürte ich fest heraus. Dazu später aber mehr.

Nach einem ereignisreichen Ausflug traten wir die Fahrt zum Hotel an. Während dieser Fahrt wurde mir bewusst, dass wir in diesen Ferien noch viele Stunden im Auto verbringen werden. Der Verkehr in Bali ist sehr stark und für kleine Strecken von ein paar Kilometern kann es ruhig mal “etwas” dauern. In Sachen Autofahren und dem Verhalten während dem Fahren könnten wir von den Menschen in Bali noch sehr viel lernen. Sie sind geduldig, nehmen die Situationen gelassen und fahren, auch wenn es teils nicht so aussieht oder sich nicht so anhört, rücksichtsvoll. Müssen sie auch denn Signallampen oder Regelungen an den Kreuzungen gibt es nur wenige. Entsprechend wird das Tempo gedrosselt. Das Verhalten im Verkehr hat mich persönlich sehr beeindruckt. Auch wenn die Roller (es hat überwiegend Roller) dich von allen Seiten her überholen oder der Wagen vor dir die Spur nur knapp an deiner Nase vorbei wechselt, funktionierts, ohne dass es knallt. 

Was ebenfalls sehr schnell auffällt sind diese kleine Schälchen. Diese sind überall. Alle paar Meter liegt am Boden eines, auf den Skulpturen der Tempel, vor den Häusern, in den Länden. Einfach überall. Diese werden jeden Tag von Neuem abgelegt und mit sogenannten Opfergaben gefüllt. Diejenigen, die am Boden liegen und gefüllt sind, gelten für die “bösen” Götter, Dämonen etc. Die andern auf einer Höhe sind für die “guten” Geister, Götter etc. bestimmt. Die Opfergabe kann alles mögliche sein, von Blumen, über kleine Essensreste bis hin zu Gegenständen. 
Auch wenn Bali von Touristen, Auswanderern und Kolonien beeinflusst wird, halten sie an ihren Traditionen streng fest und lassen sich nicht so schnell überwältigen. Es ist ein starkes Volk, dass nach einer Niederlage (Naturkatastrophen, etc) wieder aufsteht und den Schaden beseitigt. Sie sind aufgeschlossen und scheuen sich nicht, mit dir ins Gespräch zu kommen. Es freut sie, wenn du dich für sie und ihre Traditionen interessierst und du einen respektvollen Umgang mit ihnen pflegst. 

Wir scheuten nicht zurück, auch einmal auf eigene Faust loszugehen. So liessen wir uns an einem Tag ganz im Süden von Bali absetzen und liefen einfach mal durch die Prärie hoch. Es war heiss aber auch ein tolles Erlebnis mit tierischer Begegnung. Die Kuh ist den Balinesen heilig. Demzufolge essen die Einheimischen nur selten bis gar kein Rindfleisch. Auch sind die Kühe im Vergleich zu den europäischen Tieren kleiner, schlanker und braun/weiss. Du kannst sie überall sehen, wie sie friedlich im Schatten ruhen oder grasen.
Natürlich liessen wir uns einen Besuch am Strand nicht entgehen. Das Wasser war sehr angenehm. Nachdem ich aber eine etwas weniger erfreuliche und schmerzliche Begegnung mit einer Qualle hatte, war mir die Lust zum Baden im Meer vergangen.

Ein weiteres absolutes Highlight liess nicht lange auf sich warten. 
Das Riverrafting auf dem Ayung River in Ubud. Als eher ängstlicher und zurückhaltender Mensch war ich zu Beginn etwas skeptisch, ob das wirklich was für mich wäre. Meine Skepsis verflog aber ziemlich schnell, als ich bemerkte, dass der Fluss eine ruhige Miene schob und unser Guide genau wusste, was er tut. Unsere Gruppe hatte viel zu lachen und die Landschaft rund um den Fluss war geprägt von wunderschönen Blickfängen. 
Diese Tour kann ich jedem empfehlen, der es gerne lustig hat und das Empfinden vom Schwelgen im Amazonas und Urwald einmal schnuppern möchte. 

Zwischendurch waren wir froh, einfach auch mal eine ruhigere Kugel schieben zu können und den Tag am Pool oder Strand zu verbringen. Wir waren in Kuta untergebracht. Kuta hat viel zu bieten. Du kannst einfach mal nur die Strassen hoch und runterschlendern und triffst dabei auf viele Shops und Restaurants oder du machst dich auf die Jagt nach den Wellen und gehst surfen oder du treibst sonst irgendwelchen Wassersport. 

Ein weiterer toller Ausflug zu den berühmten Reisterrassen, dem Wasserfall und einem grossen Tempel erweiterte unsere bisherige Schatzkiste der Erlebnisse. 
Überall wirst du aufgefordert Eintritt oder Geld für irgendetwas zu zahlen. Kann ich grundsätzlich sehr gut verstehen. Ist bei uns ja auch nicht anders und von irgendetwas müssen die Menschen dort ja leben. Dennoch kommst du zuerst immer mal wieder ins Stocken, bevor du den Geldschein zückst. Und doch war es beobachten, dass das Geld bei Weitem nicht den Stellenwert hat, den es bei uns eingenommen hat. Die Balinesen erfreuen sich an ihrem Leben und an dem, was sie haben. Das Stressverhalten und engstirnige Denken wie wir es kennen, gibt`s dort nicht. Das hat in mir einmal mehr einige Leuchten zum Strahlen gebracht und mich daran erinnert, das Leben zu leben und nicht immer nur zu wünschen, wie es denn noch besser sein könnte.

Ich bin noch nicht am Ende mit meiner Geschichte. Ein absolutes Highlight war auf jeden Fall der West-Trip auf der Insel Nusa Penida. Diese ist mit dem Schnellboot in einer Stunde von Bali aus zu erreichen und hat wunderschöne Hotspots zu bieten. 
Ausgerechnet an diesem Tag waren mein Brummschädel und ich in Konfliktstimmung, so war besonders die Rückfahrt mit dem Schnellboot nicht ganz so angenehm. Nicht zuletzt weil es etwas Wellengang hatte und wir ein paar Mal im Wasser aufschlugen. Aber ey, es ist wie es ist. Die Eindrücke habe ich trotzdem als wunderschöne Erinnerungen in meinen Koffer mit eingepackt. 
Aber schau am besten selbst.

Die Bilder und Eindrücke mussten wir uns mit sehr holperigen Autofahrten verdienen. Die Strassen auf dieser Insel sind meistens nicht wirklich Strassen sondern einfach Naturwege. Sehr unebene Naturwege. Trotz Kopfschmerzen freute es mich, einen dafür umso robusteren Magen zu haben. Wer diese Inseltour macht, braucht keinen Rollercoaster. Aber definitiv empfehlenswert.

Meine Erinnerungsreise startete mit dem Sonnenaufgang auf dem Vulkan und wird mit diesem beendet. Nach der Wanderung auf dem Butur wurden wir in ein Restaurant für das Mittagessen geführt. Und sind wir ehrlich: Bei dieser Aussicht schmeckt das Essen doch noch um ein Vielfaches mehr.
​Zu sehen ist hier der bestiegene Vulkan und das darunter verwüstete Land nach seinem letzten Ausbruch im Jahre 2005.
Ich konnte mich kaum auf das Essen konzentrieren und starrte einfach nur in diese Landschaft. Es überkam mich erneut ein Gefühl der absoluten Dankbarkeit, diese Reise machen zu dürfen und viele tolle Erlebnisse, lehrreiche Momente und wunderschöne Bilder mit Nachhause nehmen zu können. 

Ich bin den Menschen, die uns begegnet sind und mit denen wir Gespräche geführt haben unendlich dankbar für weitere Denkanstösse fürs Leben. Die Drivers und Guides, die wir hatten wurden von mir mit Fragen gelöchert und beschenkten uns mit wertvollen, ausführlichen Erzählungen. 
Einmal mehr wurde ich daran erinnert, einfach mal mit dem zufrieden zu sein und auf das stolz zu sein, was man erreicht hat. Und ich bin dankbar für die Erkenntnis, dass auch in gelassener Haltung Auto gefahren werden kann. Man muss es einfach auch mal TUN!

Perform now, change forever!

Larissa Graber

Author Lana

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